TORTORTOR 1:1:1

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GRUPPENAUSSTELLUNG: Làszlò Antal (RS), Daníel Björnsson (IS), Rudolf Borkenhagen (D), James Bullough (US), Filip Caranica (D), Valérie Favre (CH), Ingo Fröhlich (D), Pierre Granoux (F), Sabine Herrmann (D), Friederike Jokisch (D), Rudi Kargus (D), Klaus Killisch (D), Camille Lacroix (F), Inge Mahn (D), Nanne Meyer (D), Esther Nicklas (D), Bob Rutman (D/US), Karin Schroeder (D), Matti Schulz (D), Ulrike Seyboth (D), Holger Stark (D), Mario Thronicke (D), Uwe Walter (D), Tammo Winkler (D), Francis Zeischegg (D), Tanja Zimmermann (D) und eine Gruppenarbeit von Felix Becker (D), Djabril Boukhenaissi (DZ), Christina Huber (CH), Paco Höller (D) und Phillip Langer (D)
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Kuratoren: Ulrike Seyboth (D), Ingo Fröhlich (D)
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19.6. – 5.7.2020
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VERNISSAGE: Auf Grund der derzeitigen Corona-Hygienevorschriften findet die Vernissage an drei Tagen statt.
Donnerstag 18., Freitag, 19. + Samstag, 20. Juni 2020, 17 – 21 Uhr
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ÖFFNUNGSZEITEN:
18. + 19. + 20.6. 2020, 17 – 21 Uhr
Freitag + Samstag 15 – 19 Uhr | Sonntag 14 – 18 Uhr
und nach persönlicher Verabredung

Link Artikel Berliner Zeitung 25.6.2020
Link Artikel Berliner Tagesspiegel 19.6.2020

Link zum Beitrag auf RBB vom 20.6. 2020

Mit der Ausstellung TORTORTOR 1:1:1 feiert das Kunst- und Projekthaus Torstraße 111 in Berlin-Mitte sein zwanzig jähriges Bestehen. In den Ausstellungsräumen und in der Kunstruine zeigen 32 Künstler*innen, gebürtig aus Algerien, Deutschland, Frankreich, Island, der Schweiz, Serbien und den USA aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Skulptur, Lichtkunst, Installation, Komposition, Video und Puppenspiel.

Ein Brunnen des Bildhauers Rudolph Borkenhagen plätschert vor der Kunstruine im Hof der Torstraße 111. Zwischen Tagtraum und Poesie verweilen hier die neugierigen Besucher*innen, bevor sie sich in das Innere des skulpturalen Gehäuses wagen, um sich vor dem großformatigen Punkpop-Gemälde des Malers Klaus Killisch erstaunt zu vergewissern, dass sie sich soeben auf einen der wohl erstaunlichsten Kunst-Orte Berlins einlassen. Ungestillte Reisesehnsüchte verwandeln den morbiden Charme und die Stille des Kunsthofes – in welche sich aus den Kellerräumen robuste Töne einer Video-Sound-Installation des Komponisten Filip Caranica mischen – in ein südfranzösisches Innenhofinterieur, dem der Blick auf die abstrakt-expressionistischen Farbformen der malerischen Spurensuche in einem lichtdurchfluteten Bild von Ulrike Seyboth Gewissheit verleiht und das sich in den heiteren Landschaftspapieren der Malerin Tanja Zimmermann zu verorten scheint. Und wie auf den nunmehr liebgewonnenen Exkursionen vergangener Zeiten kann sich die Imagination der Sehnsüchtigen auf vier leeren Stühlen und an einem Tisch niederlassen, nur dass diese gleichsam in den Raum hineingezeichneten Möbel aus feinem Drahtgeflecht des Musikers Bob Rutman die eigene Verortung in die Vergänglichkeit hineingeschrieben haben. Oh Illusion, die du dich findest in Raum und Zeit! Hier nun dein Spiegelbild Hundertelf, das sich jetzig in den Fotografien verlassener Leipziger Speicher von Uwe Walter entgegentreten kann, um sich später in den öffentlichen Raum hinauszutransferieren. Aufgeschreckt von den künstlerisch deutlich gewordenen Schwellenbereichen menschlicher Existenz geht die Erkundung weiter: Und gleich Leopold Bloom in Joyces Ulysses finden sich die Besucher*innen dieser Kunstmeile nunmehr im Geflecht zwischen Realismus und Abstraktion, zwischen Utopie und Dystopie, folgen dem gefallenen Engel der Schweizer Malerin Valérie Favre in die Kathedrale des Irrsinns des Hamburger Malers Rudi Kargus. 
Und in der dunkelsten Nacht vor dem Morgen wird es wieder still und hernach Licht in der nunmehr realen Berliner Kunst-Kathedrale. Die Lichtskulptur des Zeichners und Bildhauers Ingo Fröhlich zeichnet dem Lebendigen die dazu notwendige Struktur ein, führt über ehemalige Leuchtstofflinien aus dem Gemäuer wieder hinaus und verliert sich im Hof freudig hoffend in einem farbigen Leuchtkasten des Bildhauers Holger Stark. Das Heitere als Gegensatz, nicht als Konkurrenz! In diesem Sinne verweist das DU des Konzeptkünstlers Pierre Granoux an der Hauswand im Hof der Torstraße 111 auf das große Gegenüber der Welt. 

Fotos @ Uwe Walter, 2020 (weitere Aufnahmen folgen)

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